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Lesezeit: 2:58 min

Guten Morgen,

es ist Freitag und du liest VITAMIN C 🍋.

Ich hoffe, dein Sommer läuft bisher fantastisch.

Ich war zwei Wochen in Italien und habe mich durch jede regionale Pasta-Form gegessen, die ich finden konnte. Deshalb hat auch die letzte Newsletter-Ausgabe pausiert.

Aber jetzt bin ich zurück und voll aufgeladen.

Also los geht's, hier sind fünf Insights zu Food Trends und Food Innovation, die deine Aufmerksamkeit verdienen:

1. [Science | Report] 🔍 Ist Neugier der Weg zu nachhaltiger Ernährung?

Eine neue Studie hat sich die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale und nachhaltige Ernährung angeschaut.

Offenheit für neue Erfahrungen war der wichtigste Einflussfaktor. Menschen mit hohen Werten hatten eine 60% höhere Wahrscheinlichkeit, sich nachhaltig zu ernähren. Verträglichkeit brachte weitere 40%. Extraversion senkte die Wahrscheinlichkeit um 20%.

Vielleicht hat nachhaltige Ernährung also weniger mit Disziplin zu tun als mit Neugier..

Frühstück ist laut Studie der einfachste Einstiegspunkt. Abendessen, verwoben mit sozialen Gewohnheiten, ist der schwierigste.

Mehr dazu findest du hier.

2. [Insight] 🫘 Der 200-Dollar-Bohnen-Club

Amerikas angesagtester Food-Club dreht sich gerade nicht um Wein, Steak oder Supplements.

Es geht um Bohnen.

Steve Sando betreibt einen privaten Bohnen-Club namens Rancho Gordo mit 30.000 Mitgliedern und fast genauso vielen auf der Warteliste:

200 Dollar im Jahr. Für Bohnen.

Aber das sind nicht irgendwelche Bohnen…

Es sind hochwertige Heirloom-Bohnen, ausgewählt von Steve, dem sogenannten Bohnen-König. Er hat besondere Sorten wie Christmas Lima Bohnen, die rund 16,50 Dollar pro Kilogramm kosten.

Anders als billigere Standardbohnen aus dem Supermarkt sind diese frischer, kochen dadurch schneller und schmecken vor allem besser.

Steve hat das Bohnen-Unternehmen 2001 gegründet. Damals fanden außer ihm selbst kaum irgendwelche Menschen Hülsenfrüchte cool. Doch seine Obsession zahlt sich endlich aus.

Seit 2019 hat sich der Umsatz von Rancho Gordo laut WSJ verdreifacht.

Heute verkauft das Unternehmen jährlich 1,13 Mio Kilogramm Bohnen.

Ich liebe diese Idee!!

Sie bedient den Protein-Hype, den Fibermaxxing-Trend, die Plant-based-Bewegung und die Experience Economy - alle zeitgleich.

Mehr zum Bohnen-Club hier.

3. [Insight] ♻️ Upcycling ist zurück

Vor ein paar Jahren war upgecyceltes Essen überall. Riegel aus Biertreber, schrumpeliges Obst, dann verschwand es leise wieder aus dem Mainstream.

Jetzt ist es zurück, aber der Grund hat sich verändert.

↳ 2021 war Upcycling eine Nachhaltigkeitsgeschichte

↳ Heute ist es eine Sparsamkeitsgeschichte

Wirtschaftliche Unsicherheit verändert, wie Menschen mit Verschwendung umgehen. Sie fühlt sich nicht mehr wie ein abstraktes Problem an, sondern wie ein persönliches. Derselbe Instinkt füllt Second-Hand-Läden, treibt Pantry-Clean-Out-Cooking auf TikTok an und lässt Nose-to-Tail-Metzgereien wieder aufleben.

In wirtschaftlich instabilen Zeiten wollen Menschen Kontrolle und ein gutes Gewissen zeigen - und Upcycled-Produkte zu kaufen ist eine Art, das zu tun.

SPINS-Daten zeigen, dass die Verkäufe von Upcycled-Certified-Produkten 2024 in den USA um 42% gewachsen sind. Misfits Market hat gerade Brot aus upgecyceltem Biertreber-Mehl auf den Markt gebracht. Und auch hierzulande passiert einiges.

Ich habe große Hoffnung für diese Kategorie!

4. [Insight] 🍦 Die Fro-Yo-Renaissance

Ich erinnere mich noch, wie cool ich mich 2010 gefühlt habe, als ich zum ersten Mal in einen Frozen-Yoghurt-Laden in Berlin ging (Yoli).

Trotz einzelner erfolgreicher Läden ist Fro-Yo in Europa im Vergleich zu Eis eine Nische geblieben. Das könnte sich bald ändern.

In den USA erlebt Frozen Yogurt gerade eine Renaissance: Die Portionenzahl stieg laut Circana-Daten in den zwölf Monaten bis März um 26% auf rund 87 Millionen.

Analysten führen diesen Wandel vor allem auf das Konsumverhalten der Gen Z zurück: Sie trinkt weniger Alkohol, treibt mehr Sport und achtet auf Zutatenlisten. Aber niemand will ganz auf Dessert verzichten. Fro-Yo trifft genau diese Lücke: süß genug, um sich wie ein Treat anzufühlen, "healthy-ish" genug, um das schlechte Gewissen zu umgehen.

↳ Es geht nicht darum, gesund zu sein

↳ Es geht darum, sich wie die bessere Wahl zu fühlen

Dazu großzügige Topping-Bars, warmes Licht und eine Schale, die wie gemacht ist fürs Foto - fertig ist ein Produkt, mit dem man gesehen werden will, nicht nur essen.

Bin gespannt, wann diese Renaissance auch Berlin oder Amsterdam erreicht, so wie sie gerade Manhattan aufmischt.

 5. [Fun] 🧬 Wissenschaftler:innen haben mit Ötzis Hefe Sauerteigbrot gebacken

Ötzi, der Mann aus dem Eis, liegt seit 1991 in einem alpinen Forschungsgefrierschrank. Wie sich herausstellt, hat er nie aufgehört zu fermentieren.

Forscher:innen fanden kälteangepasste Hefestämme, die noch immer seine mumifizierten Überreste besiedeln -Sporen, die auf die Alpengletscher zurückgehen, in denen er starb. Sie kultivierten vier Stämme und buken mit einem davon Brot.

Das Urteil des Forschers, der den Teig gemacht hat: "Das Brot war sehr, sehr gut."

Das ist gleichzeitig seltsam und faszinierend. 

Mehr Details hier.

Bleib großartig,

Lia

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