Cover foto vom Vitamin C Newsletter über foodtech und food innovation. Geschrieben von Lia Carlucci

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Lesezeit: 3:43 min

Guten Morgen,

es ist Freitag und du liest VITAMIN C 🍋.

Willkommen an die 33 neuen Leserinnen und Leser, die sich in den letzten zwei Wochen angemeldet haben. Ihr seid in guter Gesellschaft.

Wie immer habe ich fünf Food Insights für euch aufgespürt.

Hier sind sie:

1. [Science | Report] 🔮 Die Whole Foods Trends für 2027

Foto Credit: Whole Foods

Whole Foods Market hat letzte Woche seine acht Food Trends für 2027 veröffentlicht.

Ich lese den Report jedes Jahr gern, weil er aus echter Marktbeobachtung entsteht. Der Trends Council besteht aus Einkäuferinnen und Einkäufern sowie Food-Expertinnen und -Experten, die das ganze Jahr Märkte, Messen und Restaurants durchforsten.

Fünf Trends sind mir besonders aufgefallen:

↳ Ingredient Minimalism: Die Qualitätsstandards von Whole Foods verbieten mehr als 300 Zutaten. Durch die UPF-Debatte wird das für viele zum Qualitätsmerkmal.

↳ Dish Reinvention: Birria auf Ramen, Smash Burger als Taco, Zimtschnecke als Focaccia. Im Regal heißt das Mango Sticky Rice als Eis. Bei mir zu Hause haben wir das Konzept „Tiny Upgrade”: Einmal pro Woche tauschen wir in einem unserer Standardgerichte eine Zutat aus, z.B. Lasagne mit Feigen statt Tomate

↳ Beautrition: Kollagen und Sonnenschutz zum Trinken, Olivenöl als Shot. Snack, Supplements und Hautpflege verschwimmen.

↳ Zero Waste 2.0: Wasted Pasta macht aus übrigem Brot Nudeln, Renewal Mill aus Haferpulpe Backzutaten.

↳ Bitter Done Better: Radicchio, Amaro-Drinks, Schokolade mit Lakritzwurzel. Sober Curious und Verdauung treiben den Trend.

Den ganzen Report findest du hier.

2. [Insight] 🎫 FOMO als Geschäftsmodell

Collage aus sechs Fotos von Treffen im echten Leben, darunter Menschen beim Apfelessen, eine FOMO-Party, eine Schnippeldisko, Sportlerinnen und Sportler an Rudergeräten und feiernde Gruppen, mit der Aufschrift „Der Aufstieg der IRL Influencer“

Vor einem Monat habe ich über das 5-Minuten-Apfelessen in Washington geschrieben, für das sich 6.500 Menschen angemeldet haben.

Es ist ein super Beispiel für die Power von In-Real-Life Erlebnissen (IRL).

Das Thema begleitet mich schon länger: Community im echten Leben lebe ich beruflich und privat. Mit Nutrition Hub, Food Campus und Women in Climate Tech habe ich Communities mit aufgebaut. Und privat bin ich in einer Running Community.

Jetzt lese ich immer mehr von IRL-Influencerinnen und -Influencern, also Menschen, die ihre Reichweite vorrangig offline aufbauen.

Drei spannende Beispiele:

↳ Tionne Barmer (USA) veranstaltet in New York die Rooftop-Party Café Soul: Für 30 Dollar gibt es R&B-Karaoke und die Chance, neue Leute kennenzulernen. Tinder sponsert, Patrón betreibt die Bar.

↳ Cephas (DE) organisiert in Berlin mit seiner FOMO Community viele Events, z.B. Founder-Runs und Coffee-Raves. Und wie der Name es sagt, man hat jedes mal FOMO nicht dabei gewesen zu sein.

↳ Die Hyrox Gründer Christian Toetzke und Moritz Fürste (DE) hatten mit ihrem HIT-Runningformat 1,3 -1,5 Mio Teilnehmende in der Saison 2025/26, unterstützt u.a von Puma.

Laut Bertelsmann Stiftung sind 57 Prozent der 18- bis 35-Jährigen in der EU mäßig oder stark einsam, in Deutschland 51 Prozent. Das passt zu dem Wunsch nach echten Begegnungen.

Für Food-Marken heißt das: dort mitmachen, wo Gruppen schon zusammenkommen. Oder eigene Communities starten, die zur Marke passen. Sei es Barista-Nerd-Clubs, Schnippeldiskos, Pasta-Parties, Bier-Yoga oder Fermentations-Stammtische.

3. [Insight] 🔄 Wechseln Nahrungsergänzungsmittel das Format?

Frau mit rosa Sonnenbrille schüttet Brausepulver aus einem Bodie’z-Fizzers-Sachet in den Mund, gefeatured im Vitamin C Newsletter über Food Trends. Geschrieben von Lia Carlucci.

Foto credit: Bodie’z

Kapseln und Pulver sind bei Nahrungsergänzungsmitteln bis heute gängige Praxis. Lange ging es vor allem darum, was drin ist. Jetzt entscheidet auch das Format, ob jemand zugreift. Und das Angebot an neuen Formaten wächst.

Drei aktuelle Beispiele:

↳ Bodie’z (Australien) hat Fizzers gelauncht: Brausepulver-Sachets, die man ohne Wasser direkt isst. Lock In Fizz enthält L-Tyrosin, Matcha und Vitamin B6. Wirkt für mich ein bisschen wie Kindergeburtstag für Erwachsene, nur mit Fokusversprechen.

↳ Foodology (Südkorea) packt in seine Jelly-Sticks 5g Ballaststoffe pro 25-g-Stick, Granatapfel mit Chiasamen. Aufreißen, in den Mund drücken, fertig.

↳ Physician’s Choice (USA) bringt sein erstes Jelly-Format heraus: Fiber Jelly in drei Geschmacksrichtungen mit Ballaststoffen.

Diese Formate passen zu Fibermaxxing, Functional Snacking und dem Wunsch nach Wellness im Alltag. Bei den Aussagen bleibt es in der EU beim Alten: Die Health-Claims-Verordnung regelt weiterhin, was auf der Packung stehen darf - große Wunderversprechen sind also nicht zu erwarten.

4. [Insight] 👀 KI-gesteuerte Preisschilder

Digitale Preisschilder an einem Kühlregal mit Mozzarella, dazu eine Hand mit Handgerät, gefeatured im Vitamin C Newsletter über Food Trends. Geschrieben von Lia Carlucci.

In den USA regen sich gerade viele Menschen über Supermarktpreise auf, und zwar darüber, wie sie zustande kommen.

KI-gesteuertes Pricing fürs Supermarktregal ist in den USA gelebte Praxis. Bei Käufen via App werden Preise sogar teilweise personenbezogen verschieden ausgespielt - je nachdem, wie groß die KI das Portemonnaie des Kunden oder der Kundin einschätzt.

Das verärgert Menschen. Begriffe wie „Dynamic Pricing“ und „Surveillance Pricing“ sorgen in sozialen Medien für Unruhe. Es kursiert sogar das Gerücht, die Schilder scannten Gesichter. Laut der Nachrichtenagentur AP stimmt das aber nicht.

Bei Flügen oder Hotelzimmern kennen wir wechselnde Preise. Beim Einkauf im Supermarkt ist mir das neu.

Auch hierzulande nutzen Retailer digitale Schilder. Inwiefern KI-Tools fürs Pricing zum Einsatz kommen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass in der EU Onlinehändler seit der Omnibus-Richtlinie offenlegen müssen, wenn Preise auf Basis automatisierter Entscheidungsfindung personalisiert werden. Dynamische Preise sind davon nicht erfasst.

Mehr zu dem Thema in diesem Artikel.

 5. [Fun] 😂

Fliegende Brotscheiben vor türkisfarbenem Hintergrund mit der Aufschrift „Der Mann, der die perfekte Brotscheibe schneiden will“, gefeatured im Vitamin C Newsletter über Food Trends. Geschrieben von Lia Carlucci.

Wir Deutschen lieben unser Brot, und für unsere Leidenschaft für Präzision sind wir international bekannt. Jan, online als Germanbreadcutter bekannt, bringt beides zusammen.

Er schneidet jeden Tag ein Brot, und zwar so gleichmäßig, dass man kaum glaubt, dass es von Hand gemacht ist. Bei Instagram folgen ihm mehr als 130.000 Menschen.

Ich habe als Teenager in einer Bäckerei gearbeitet und weiß, wie schwer es ist, da wirklich präzise zu sein. Aber wie deutsch kann man eigentlich sein? 😂

Bleib großartig,

Lia

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